Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten (Abschlussarbeiten und Seminare)

Das Passwort wird in den entsprechenden Veranstaltungen vom Lehrstuhl bereitgestellt.


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Abschlussarbeiten

Der Lehrstuhl für Betriebliches Informationsmanagement bietet für den Studiengang Wirtschaftsinformatik Bachelor- und Masterarbeiten sowie für den Studiengang BWL (nur über das Zuteilungsverfahren) Bachelorarbeiten an.

Bei Interesse an einer Abschlussarbeit (Themengebiete bitte aufklappen, durchgestrichene Themen sind im laufenden Semester bereits vergeben) schreiben Sie bitte eine E-Mail mit Ihrem Themenwunsch an das Sekretariat.

Hier finden Sie unseren Leitfaden. Das Passwort erhalten Sie, wenn Sie bei uns eine Abschluss- oder Seminararbeit schreiben. Melden Sie sich hierzu beim Sekretariat.


Modellierung von Geschäftsprozessen

Die Modellierung von Geschäftsprozessen ist eine wichtige Grundlage für weitere Aufgaben des Geschäftsprozessmanagements, wie der Analyse oder Verbesserung von Geschäftsprozessen. Neben der Modellierung des Kontrollflusses mit Geschäftsprozessmodellierungssprachen wie BPMN oder eEPK können weitere Aspekte, wie bspw. Entscheidungslogiken modelliert werden.

  • Analyse von Choreographie-Diagrammen

    In BPMN können Prozess-Choreographien mit Hilfe von Choreographie-Diagrammen modelliert werden. Sie zeigen die Informationen inklusive der Reihenfolge des Informationsaustauschs zwischen den jeweiligen Akteuren.

  • Analyse von Decision Modeling Notation

    Decision Model and Notation (DMN) erweitert die Prozessmodellierungssprache Business Process Model and Notation um die Möglichkeit der Entscheidungsmodellierung. In der DMN werden Entscheidungen mit Decision Tables modelliert. Sie sind sind kompakt, formal aber weiterhin lesbar.


Analyse von Geschäftsprozessen

Die Analyse von Geschäftsprozessen kann in unterschiedlichen Facetten erfolgen und sowohl Prozess-Schemata als auch Prozess- Instanzen als Betrachtungsgegenstände umfassen. Neben der Vorhersage des weiteren Verlaufs von Prozessinstanzen können u.a. Prozessmodelle ökonomisch bewertet werden.

  • Predictive Process Monitoring

    Unter dem Schlagwort "(Predictive) Process Monitoring" werden Verfahren zur Vorhersage des weiteren Verlaufs von Prozessinstanzen diskutiert. Zur Vorhersage können Künstliche Neuronale Netze oder Assoziationsanalysen als Verfahren des Data Minings verwendet werden.

  • Simulation von Geschäftsprozessen

    Der weitere Verlauf von Geschäftsprozessen kann vorhergesagt werden, indem u.a. historische Prozessinstanzen analysiert werden (Vgl. Predictive Process Monitoring). Unabhängig davon kann jedoch auch der weitere Verlauf des Prozesses simuliert werden, um herauszufinden, welche Auswirkungen verschiedene Verläufe auf die betreffende Organisation oder bestimmte KPIs haben könnten.


Betriebliches Informationsmanagement
  • Visualisierung von Informationsflüssen

    Innerhalb von Organisationen fließen Informationen. Dies geschieht in ganz unterschiedlichen Formaten und Formen. Dieser Themenbereich beschäftigt sich zentral mit der Frage, wie der Fluß der Informationen auf den Abstraktionsebenen der Organisationsstruktur, IT-Infrastruktur und Geschäftsprozesse visualisiert werden können.

  • Visualisierung von "Verzeichnissen von Verarbeitungstätigkeiten" (Art. 30 EU-DSGVO)

    Das "VVV" hat mit der Einführung der DSGVO Eingang in fast alle Organisationen gefunden, so auch bspw. in die MLU. Diese Verzeichnisse beschreiben u.a. wo, wie und warum personenbezogene Daten in einer Organisationen bzw. deren IT-Infrastrutktur verarbeitet werden. Dieser Themenbereich beschäftigt sich mit der Frage, wie die dort beschriebenen Informationen automatisiert visualisiert werden können, um Datenschutzbeauftragte in einer Organisation zu unterstützen.

  • Wissensmanagement & Prozessmanagement

    Es existieren vielfältige Schnittmengen zwischen den Disziplinen des Wissensmanagements und des Geschäftsprozessmanagements. So gibt es prozessorientierte Ansätze des Wissensmanagements und Methoden des Wissensmanagements werden genutzt um Prozesse zu definieren, modellieren und analysieren. Ebenfalls beinhalten Prozessmodelle auch implizit Prozesswissen.


Informationsmanagement und Prozesse in der Krisenbewältigung

Bei der Bewältigung von Krisen, Katastrophen und Notfällen sind die richtigen Informationen und Abläufe entscheidend für den Schutz von Leben und Sachwerten. Die Situation ist oft geprägt von schnellen Entscheidungen und einem flexiblen, situationsspezifischen Vorgehen der Akteure. Informations- und Kommunikationssysteme in diesem Bereich. Informations- und Kommunikationssysteme in diesem Bereich müssen ihre Nutzer bei oft unvollständiger Informationslage und wenig Zeit dabei unterstützen ihre Handlungen bestmöglich der Lage anzupassen und Arbeiten verschiedener Akteure zu koordinieren. Dabei sind Erkenntnisse und Entwicklungen auf diesem Gebiet nicht nur für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben relevant, sondern können auch Unternehmen dabei helfen, in einem hochflexiblen Marktumfeld zu bestehen.

  • IT-gestützte Spontanhelferkoordination

    Themen in diesem Bereich befassen sich mit unterschiedlichen technischen Möglichkeiten zur Koordination von Spontanhelfern. Dazu gehört die Nutzung bestehender Kommunikationssysteme wie sozialer Netzwerke genauso wie die Untersuchung und Entwicklung neuer oder kombinierter Ansätze.

  • Prozessorientiertes Krisenmanagement

    Themen in diesem Bereich befassen sich mit IT- Systemen und Konzepten zur Steuerung und Überwachung von Prozessen in Krisensituationen. Untersucht wird, welche Abläufe in diesem hochdynamischen Umfeld sich für eine prozessorientierte Betrachtung eignen und wie die beteiligten Entscheider und Einsatzkräfte bei ihren Aufgaben unterstützt werden können.

  • Informationsflüsse in der Stabsarbeit

    In Krisensituationen ist es besonders wichtig, schnell möglichst viele Informationen zusammenzutragen, um die richtige Vorgänge einzuleiten. Dabei treffen viele Informationen oft mehrfach ein, sind nicht validiert oder unvollständig. Themen in diesem Bereich befassen sich damit, wie Entscheidern im Krisenmanagement Informationen bereitgestellt und angezeigt werden.

  • Datenschutzfreundlichkeit von Infektionstrackern

    Die Quarantäne einzelner Personen oder Personengruppen kann im Epidemiefall helfen, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten zu verlangsamen. Durch eine Nachverfolgung von Infektionsketten können Personen identifiziert werden, die sich vorsorglich in Quarantäne begeben müssen. Durch die Vielzahl von anonymen Kontakten in bspw. öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Nachverfolgung von Infektionsketten jedoch nur mit einer automatisierten Lösung effektiv möglich. Ein Lösungsansatz dafür sind sogenannte Infektionstracker, die als App auf dem eigenen Smartphone installiert werden. Die persönliche Akzeptanz solcher Infektionstracker und die daraus folgende großflächige Verbreitung innerhalb der Gesellschaft, können jedoch nur von einer möglichst datenschutzfreundlichen Implementierung der Infektionstracker abhängen.


Simulation von Spontanhelfern

Spontanhelfer sind Menschen aus der Bevölkerung, die sich spontan bei der Bewältigung von Katastrophen beteiligen und zumeist nicht trainiert für den Katastropheneinsatz sind. Laut Aussagen von Katastrophenmanagern wären die Ausmaße vergangener Katastrophen (wie bspw. dem Jahrhunderthochwasser 2013) deutlich gravierender ohne die Hilfe der Spontanhelfer ausgefallen. Neben den positiven Effekten kam es aber auch vermehrt zu Problemen, die auf dem fehlenden Wissen zum Verhalten von Spontanhelfern und insbesondere deren Selbstkoordination basieren. Die Forschung zum Verhalten von Spontanhelfern und deren simulationsgestützte Verhaltensvorhersage ermöglichen neue Erkenntnisse für die Katastrophenforschung und praktische Ergebnisse für das Katastrophenmanagement.

  • Hypothesen zum Spontanhelferverhalten

    In diesem Bereich werden Themen vergeben, die sich insb. mit der statistischen Betrachtung von Verhaltensfaktoren beschäftigen. Basierend auf einem entwickelten Strukturgleichungsmodell zur Hilfeleistung werden hier bspw. Hypothesen zu verhaltensbeeinflussenden Faktoren gebildet und statistische Tests für latente Variablen analysiert.

  • Analyse von Design Prinzipien zur Verhaltensvorhersage von Spontanhelfern

    Um dem Katastrophenmanagement ein Vorhersagewerkzeug zur Verfügung zu stellen, ist es notwendig zu analysieren, welche Kriterien aus Sicht des Katastrophenmanagements erfüllt werden müssen. Diese sog. Design Prinzipien können im Rahmen der Abschlussarbeit über Interviews mit der lokalen Katastrophenschutzbehörde erhoben werden.

  • Analyse des State-of-the-Art zur Simulation von Spontanhelfern

    Dieses Thema beschäftigt sich mit der Aufarbeitung des Forschungsstands zur Simulation von Spontanhelfern. In einer strukturierten Literaturanalyse werden Forschungsarbeiten zur Simulation von Spontanhelfern identifiziert, erklärt und klassifiziert.


Blockchain

Einer der bekanntesten Anwendungen der Blockchain-Technologie ist die Kryptowährung Bitcoin, die im Jahr 2008 als Vorschlag für ein dezentrales Zahlungssystem veröffentlicht wurde. Blockchains der zweiten Generation dienen nicht nur zur technischen Realisierung von dezentralen Zahlungssystemen sondern finden auch Anwendung in weiteren Anwendungsfeldern, wie bspw. dem Geschäftsprozessmanagement.

  • Konsens-Algorithmen

    Zur Verhinderung des Double Spendings in Kryptowährungen werden Konsensmechanismen eingesetzt, um in einem dezentralen Netzwerk die Einigkeit über die Validität einer auszuführenden Transaktion herzustellen. Mittlerweile gibt es neben dem Proof-of-Work weitere Konsensmechanismen, die jeweils eigene Vor- und Nachteile aufweisen.

  • Facebook Libra

    Facebook hat als federführender Gründungsmitglied die Libra Association initiiert. Das Ziel der Association ist das Bereitstellen der Kryptowährung Libra, deren Kernkomponente auf einer Blockchain basiert.

  • Geschäftsprozess- & Workflowmanagement und Blockchain

    Es existieren verschiedene Ausprägungen sog. Distributed Ledger Technologys (DLT), dessen bekanntester Vertreter die Blockchain Bitcoin ist. Es existieren jedoch auch viele weitere Ansätze, bspw. Smart Contracts, Programme, die in der Blockchain ausgeführt werden und die möglichen Anwendungsbereiche enorm erweitert, bspw. in Ethereum. Auch grundlegend neue Ansätze, die das Blockchain-Prinzip erweitern werden entwickelt, bspw. IOTA, welches auf azyklische Graphen aufbaut und ohne Miner und Gebühren auskommt.

    Mögliche Anwendungen für DLTs erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus des Geschäftsprozess- und Workflowmanagements. Themen sind bspw. die Überwachung und Absicherung von Transaktionen zwischen Prozessbeteiligten in einer unsicheren Umgebung, die Dokumentation von Prozessausführungen ohne zentrale Kontrollinstanzen oder die Prozessoptimierung durch die Vereinfachung von Finanztransaktionen. Auch die Erschließung von neuen Geschäftsbereichen und -modellen wie die dezentralisierte Finanzwirtschaft (DeFi) und die sog. Token Economy stehen im engen Zusammenhang mit Kernthemen des Geschäftsprozess- und Workflowmanagements.

    Abschlussarbeiten in diesem Themenbereich erfordern ein grundlegendes Verständnis der DLT und die Bereitschaft sich - je nach Thema - in die jeweiligen Technologien einzuarbeiten.


Augmented Reality

Die Augmented Reality-Technologie erweitert die Realität um zusätzliche, synthetische Informationen für den Nutzer. Eine Vielzahl an Augmented Reality-Systemen existieren und manche davon können zu Zwecken des Geschäftsprozessmanagements eingesetzt werden.

  • Augmented Reality-Systeme für Prozesstraining

    Das Einüben von Prozessen ist ein wesentlicher Aspekt im Geschäftsprozessmanagement. Neues Personal muss im Zuge der Ausbildung an neuen Prozessen trainiert werden, während vorhandenes Personal nach längerer Nicht-Ausführung oder nach Veränderung von Prozessen eine Weiterbildung benötigt. Zur Unterstützung dieser Domäne können Augmented Reality-Systeme eingesetzt werden, um Informationen immersiv zu vermitteln und damit die Effektivität und Effizienz zu erhöhen.


Data Science
  • Entwicklung eines Bewertungsrahmens für datengetriebene Vorgehensmodelle auf Basis einer theoretischen Analyse

    In der Abschlussarbeit identifizieren Sie im Rahmen einer systematischen Literaturanalyse sowohl funktionale als auch nicht-funktionale Anforderungen, die aus Sicht von Theorie und Praxis an datengetriebene Vorgehensmodelle gestellt werden. Aufbauend auf den identifizierten Kernanforderungen entwickeln Sie einen neuen Bewertungsrahmen für datengetriebene Vorgehensmodelle und instanziieren diesen am Beispiel von CRISP-DM und KDD.

  • Entwicklung eines Bewertungsrahmens für datengetriebene Vorgehensmodelle auf Basis einer empirischen Analyse
    (Achtung: nur für Master!)

    In der Abschlussarbeit identifizieren Sie im Rahmen einer empirischen Erhebung sowohl funktionale als auch nicht-funktionale Anforderungen, die aus Sicht von Theorie und Praxis an datengetriebene Vorgehensmodelle gestellt werden. Aufbauend auf den identifizierten Kernanforderungen entwickeln Sie einen neuen Bewertungsrahmen für datengetriebene Vorgehensmodelle und instanziieren diesen am Beispiel von CRISP-DM und KDD.


Design Science Research (DSR)
  • Analyse der Forschungsstrenge ("Scientific Rigor") von DSR-Projekten (Achtung: nur für Master!)

    Im Rahmen der Masterarbeit untersuchen Sie, wie die Forschungsgstrenge (sog. "Scientific Rigor") im Kontext des DSR diskutiert wird. Dabei analysieren Sie sowohl die Bedeutung der Forschgungsstrenge für DSR-Projekte im Allgemeinen, als auch konkrete Anforderungen, die aus dieser Perspektive heraus an Forschungsprojekte gestellt werden.

  • Methoden zur Evaluation von Design-Theorien

    Im Rahmen der Arbeit führen Sie eine systematische Literaturanalyse über Methoden zur Evaluation von Design-Theorien durch, geben einen kondensierten Literaturüberblick und entwickeln darauf aufbauend eine Forschungsagenda, die einen Überblick über offene Forschungsprobleme gibt.


Expertensysteme
  • Entscheidungsbaum-basierte Expertensysteme

    Expertensysteme können auf verschiedenen grundlegenden Ansätzen aufbauen, um Nutzer zu unterstützen. Ein Ansatz basiert auf Entscheidungsbäumen. Es liegt eine strukturelle Ähnlichkeit zwischen Entscheidungsbäumen und Geschäftsprozessen vor, sodass hier eine interessante Schnittmenge zwischen den Domänen entsteht und Expertensysteme für Fragestellungen des Geschäftsprozessmanagements öffnet.


Abschlussarbeiten in Kooperation mit Praxispartnern

Sollten Sie an einer solchen Arbeit Interesse haben, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der Sprechstunde von Prof. Sackmann (Sprechzeiten: Montags von 12:00 Uhr bis 13 Uhr, nach vorheriger Anmeldung über im@wiwi.uni-halle.de).

  • Volkswagen Financial Services AG


    Aufgrund einer Forschungskooperation bieten wir interessierten Studierenden die Möglichkeit eine praxisorientierte Abschlussarbeit in Kooperation mit der Volkswagen Financial Services AG zu verfassen.

  • SF Schalter GmbH


    Bei der SF Schalter GmbH können Sie eine Masterarbeit im Themenbereich des betrieblichen Informationsmanagements verfassen. Es sollen Ansätze der Betriebsdatenerfassung (BDE) via Terminal verglichen werden mit Ansätzen zur Datenerfassung via Workflow Management Systeme und Mobile Endgeräte.

  • Vorschlag eigener Abschlussarbeiten in Kooperation mit Praxispartnern

Nichts dabei oder nichts mehr frei?
  • Eigenes Thema

    Sollten Sie einen eigenen Vorschlag haben, vereinbaren Sie bitte einen Termin in der Sprechstunde von Prof. Sackmann (Sprechzeiten: Montags von 12:00 Uhr bis 13 Uhr, nach vorheriger Anmeldung über im@wiwi.uni- halle.de).

  • Glückskeks

    Ihnen wird ein Thema zugewiesen.


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