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Projekt ELISE

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Das Projekt ELISE (Entlastung der Pflegeinfrastruktur durch IT-basierte Einbindung spontanen bürgerlichen Engagements)ist ein Verbundforschungsprojekt, welches im Rahmen der Umsetzungsphase des Programms WIR! - Wandel durch Innovation in der Region des Bundesministeriums für Bildung und Forschung genehmigt wurde.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines IT-gestützten Koordinationssystems für kurzfristige, ehrenamtliche Hilfe zur Verbesserung der Pflegeinfrastruktur und wohnortnaher Versorgungskonzepte durch digitale Unterstützung. Die zu entwickelnden Konzepte werden im Verbund regionaler Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft anhand eines Demonstrators realisiert, praktisch getestet und evaluiert. Der inhaltliche Fokus liegt auf der effektiven Erfassung, Vermittlung und Kommunikation von Hilfsangeboten und -bedarfen unter expliziter Berücksichtigung der Bedürfnisse sowohl der Helfer als auch der Hilfesuchenden (bspw. durch Universal Design) unter Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben. Der technische Fokus liegt auf der zielgruppengerechten Entwicklung von Kommunikations- und Vermittlungskomponenten sowie der Realisierung des Demonstrators.

Zwar existieren bereits Ansätze zur Vermittlung professioneller Pflege-Akteure mit Pflegebedürftigen/Angehörigen (z.B. Vediso, mitunsleben), diese adressieren jedoch den Bereich der Langzeitpflege und sind nur eingeschränkt übertragbar. Die Bereitstellung einer Lösung zur spontanen Vermittlung von Hilfeleistung mit der nutzergerechten Spezifizierung von Hilfebedarfen und Hilfsangeboten, wie sie in ELiSE vorgesehen ist, adressiert das oben geschilderte Koordinationsproblem erstmals aus einer ganzheitlichen und v.a. nutzerzentrierten Sicht. Aus organisatorischer Sicht wird in ELiSE die Lücke zwischen keinem Engagement und dem langfristigen ehrenamtlichen Engagement, wie es z.B. von Hilfsorganisationen vermittelt wird, adressiert. Hierbei werden sowohl die Art der Hilfe als auch die damit verbundenen Kommunikationsformen beider Nutzergruppen erstmals sorgfältig analysiert und in technische Lösungen (bspw. mobile App) überführt sowie in eine bestehende, öffentlich genutzte Bürger-Plattform integriert.

Die schrittweise Umsetzung und Evaluation in einer möglichst realitätsnahen Umgebung pflegebedürftiger Personen ist im Pilotprojekt “Zusammenleben 4.0” der HaNeuer Wohnen vorgesehen. Die Zusammenarbeit fachlicher und technischer Experten mit den Zielgruppen ermöglicht es so, über bisherige Teillösungen hinaus zu gehen und eine ganzheitliche, bedarfsgerechte Lösung zu entwickeln.

Im Rahmen des Teilvorhabens am Lehrstuhl findet vor allem die technische Begleitforschung statt, welche sich auf drei Schwerpunkte fokussiert.

  1. Es soll erforscht werden, wie die beiden beteiligten Nutzergruppen (Helfer, Hilfesuchende) mit dem ELISE-Systemdemonstrator interagieren bzw. zu interagieren wünschen, um darauf aufbauend verschiedene Interaktionskonzepte zu entwickeln und zu evaluieren. In diesem Zusammenhang wird speziell untersucht, wie die Berücksichtigung der Prinzipien des Universal-Designs, die Nutzerakzeptanz insb. auf Seiten pflegebedürftiger Personen erhöhen kann. Die Ergebnisse der Forschung fließen dabei fortlaufend in den iterativen Entwicklungsprozess des Projektes ein.
  2. Der zweite Schwerpunkt liegt in der Untersuchung von Konzepten zur Vermittlung von Hilfsangeboten bzw. nachfragen im Kontext des ELISE-Projektes. Da eine schnelle und zielgerichtete Vermittlung die Kernaufgabe des entstehenden Systemdemonstrators ist, kommt der Vermittlungskomponente eine zentrale Bedeutung zu. Neben der Identifikation der relevanten funktionalen und technischen Entscheidungskriterien widmet sich die Forschung in diesem Bereich der Frage, wie ein Entscheidungsmodell aufgebaut sein muss, um Vermittlungsergebnisse zur größtmöglichen Zufriedenheit beider Nutzergruppen zu erzielen.
  3. Als übergeordnetes Forschungsziel, steht die Evaluation des Systemdemonstrators und aller seine Komponenten. Dabei stehen besonders die Nutzererfahrung und Funktionalität im Fokus, aber auch rein technische Faktoren wie die Performanz und Fehleranfälligkeit des Systems untersucht werden.

Ansprechpartner:

Hans BetkeM. Sc.
Hans Betke

Hans Betke

Tel.: 0345 / 55-234 72

E-Mail:


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